Wie wird man Imker? - Bienen-Honigtropfen Blogartikel

Wie wird man Imker?

Viele Personen werden auf das Thema Bienen aufmerksam und möchten dann auch mit der Imkerei beginnen. Eigene Bienen halten und auf diese aufpassen, etwas Gutes für die Umwelt tun und eventuell ja auch ein bisschen Honig für den Eigengebrauch oder Verkauf ernten.
Irgendwann kommt dann die Frage auf „Wie werde ich Imker“?

Wer die Frage einfach beantwortet haben möchte, den kann man sagen: Einfach bei einem Imker in der Nähe Bienen kaufen, im besten Fall bekommt ihr die Behausung – die Bienenbeute – auch gleich mit dazu. Jetzt könnte es auch schon losgehen 😉 denn es kann sich jeder Imker nennen, der auch Bienen hält.
Aber so einfach ist es dann doch wieder nicht, da doch noch ein paar Sachen für die Imkerei fehlen – hauptsächlich das Wissen inklusive etwas Unterstützung für den Anfang sowie die richtige Ausrüstung.

Deshalb hier Punkt für Punkt was man alles benötigt um Imker zu werden:

Die persönliche Einstellung und der Zeitaufwand

Zuerst mal sollte man sich schon etwas für Bienen interessieren und etwas Neues dazulernen mögen. Ideal als Einstieg in die Imkerei und zum Kennenlernen der Grundlagen bieten sich Imkerkurse an, welche bestimmt auch in deiner Nähe stattfinden (hier einfach mal nach Imkerkursen/Imkerschulen googeln). Weiters wird empfohlen bei einem Imkerverein in der Nähe beizutreten und eventuell kann hier ja auch ein Imkerpate, welcher mit Rat und Tat zur Seite steht, zur Verfügung gestellt werden. Imker kann somit jeder werden – von Jung bis Alt. Nur sollte man auch keine zu große Angst haben zwischendurch mal gestochen werden. Wichtig zu wissen ist auch ob man gegen Bienengift allergisch ist, aber eine Allergie ist kein zwingender Grund mit der Imkerei nicht zu beginnen – wer sich hier gut gegen Bienenstiche rüstet (Imkeranzug & Notfall-Kit) kann auch dieses Hobby in der Natur genießen. Gegen eine Bienengiftallergie gibt es zum Beispiel auch Möglichkeiten zur Desensibilisierung.

Vom Zeitaufwand kommt es ganz darauf an wie sehr man sich mit dem Hobby der Imkerei beschäftigen möchte. Wenn man mit der Imkerei startet dann wird eine Volkanzahl von 2-3 empfohlen. Bei dieser Anzahl an Bienenvölkern ist der Aufwand nicht extrem hoch – im Sommer kann man sich hier auf eine Kontrolle ca. alle zehn Tage mit jeweils 30 Minuten pro Volk beschränken und mit der Zeit wird man dann ja auch immer etwas schneller und weiß genau welches Volk man jetzt wieso öffnen muss. Dazu kommt dann noch ein halber Tag bis ganzen Tag für das Schleudern des Honigs. Im Winter herrscht bei den Bienen Winterruhe und es sind nur ein paar Kleinigkeiten, welche innerhalb kurzer Zeit erledigt werden können, zu machen.

Die Ausrüstung

Wer mit 2-3 Völkern starten möchte, der benötigt davor noch ein paar Sachen für die Arbeit bei den Bienen, dazu gehören:

  • Werkzeug: Wer sich jetzt wundert, dass man auch Werkzeug für die Imkerei benötigt, den können wir beruhigen, denn es werden nur ganz wenige Werkzeuge benötigt. Das wichtigste Werkzeug ist ein Stockmeisel, ein Smoker mit Rauchmaterial und ein Abkehrbesen.
  • Bienenbeuten: so wird die Bienenwohnung genannt. Es gibt viele unterschiedliche Arten von Bienenbeuten, aber am bekanntesten sind die Magazinbeuten und diese bestehen aus Boden, 3 Zargen, einer Futterzarge und dem Deckel. Dazu kommen noch die Rähmchen und die Mittelwände. Bei den Bienenbeuten gibt es viele verschiedene Größen wobei man sich hier am besten im Shop oder von einem Imker beraten lassen sollte – zu bedenken ist hier zum Beispiel auch immer, dass man die Zargen später auch heben muss und eine Honigzarge kann schon mal um die 20-30 kg wiegen.
  • Schutzkleidung: Wer sich am Anfang noch etwas vor den gemeinen Stichen der Bienen fürchtet, der sollte sich eine stichfeste Schutzkleidung inklusive Handschuhe zulegen. Da die Bienen aber sicher sehr nett und ruhig sein werden, kann die Schutzkleidung später auch mal weggelassen werden.
  • Varroabehandlung: Wer sich mit Bienen beschäftigt hört zwangsläufig etwas von der Varroamilbe. Diese Milbe wurde bei uns eingeschleppt und es gibt kein Bienenvolk in dem die Varroamilbe nicht auch vertreten ist. Gegen die Milbe gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten mit denen sich auch jeder Imker beschäftigen muss. Am besten hier auch gleich etwas damit befassen und sein passendes Behandlungsmittel zulegen.
  • Honigernte: Im ersten Jahr wird es wahrscheinlich noch zu keiner Honigernte kommen. Falls doch, dann gilt es eine Honigschleuder anzuschaffen (oder man leiht beim ersten Schleudern eine aus). Die Honigschleuder ist in der Imkerei eines der teuersten Anschaffungen und auch hier sollte man sich ausreichend Gedanken machen.

Sooo zum Durchstarten fehlen jetzt also nur noch die 2-3 Bienenvölker. Viele Fragen sich jetzt bestimmt woher sie diese bekommen. Einfache Antwort: Natürlich bei einem Imker.

Wenn ihr bereits Mitglied in einem Imkerverein seid, dann fragt am besten hier mal nach ob ihr bei einem Imkerkollegen Bienenvölker kaufen könnt. Weiters gibt es aber auch im Internet Imkerseiten auf denen Bienenvölker zum Kaufen angeboten werden – auch hier einfach mal googeln.

Die Kosten

Das ist natürlich auch noch ein wichtiger Bereich, welcher aber schwer zu beantworten ist. Wer seine Ausrüstung von einem Imker erhält, welcher selbst aufgehört hat, bekommt diese meist etwas günstiger (Wichtig! Auf die Qualität der Ausrüstung achten). Wer aber alles komplett neu kauft kann mit Kosten von um die € 1.000 ausgehen. Zu beachten ist hier aber wieder, dass es verschiedene Förderungen für Neueinsteiger und auch später noch wie zum Beispiel für größere Anschaffungen gibt.

Mit der Zeit fallen dann aber auch immer mal wieder neue Anschaffungen an, denn als Imker kann man sich später noch auf weitere Bereiche spezialisieren, wie zum Beispiel der Wachsverarbeitung oder der Zucht. Diese zusätzlichen Anschaffungen fallen aber mit der Zeit an und man kann immer ein bisschen weiter in die Imkerei investieren.

Info von Elisabeth

Ich habe meinen Entschluss Imkerin zu werden ganz spontan gefasst. Hab mich gleich zu Imkerkursen in meiner Nähe angemeldet und im Sommer hab ich meine ersten Bienen angeschafft. Mit der Zeit sind immer neue Sachen dazugekommen und so muss ich sagen, dass die Imkerei ein wirklich schönes Hobby ist und wenn man immer weiter etwas dazu kauft, dann sind es auch keine zu hohen Koten auf einmal. Vom Zeitaufwand her ist es auch über den Sommer nicht so schlimm, hier reicht es aus, wenn ich am Wochenende mal in die Stöcke rein schaue und hier müssen nicht mal alle auf einmal kontrolliert werden.

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